Baukostenobergrenze begrenzt Honorar

Vereinbaren Auftraggeber und Auftragnehmer wirksam eine Baukostenobergrenze, stellt sich bei deren Überschreitung regelmäßig die Frage nach einer Haftung des Auftragnehmers. Vielfach scheitert aber die Inanspruchnahme daran, dass die Kostenüberschreitung (auch) durch Änderungswünsche des Auftraggebers verursacht wurde oder sonstige Umstände auftraten, die nicht aus der Sphäre des Auftragnehmers stammten. Steht aber die Verantwortung des Auftragnehmers für die Kostenüberschreitung fest, haftet er für den sich hieraus ergebenden Schaden. Dieser Schaden ist zumeist überaus schwer zu beziffern, weil mit der Kostenerhöhung regelmäßig auch eine Wertsteigerung einhergeht und damit dem Bauherrn ein ihm zuzurechnender Vermögensvorteil zufließt. Eine Schadensposition ist aber, wie der BGH jüngst feststellte (Az. VII ZR 185/13), einfach zu beziffern: Der Auftragnehmer ist daran gehindert, sein Honorar auf Basis der erhöhten anrechenbaren Kosten abzurechnen: Dem steht ein Schadenersatzanspruch des Bauherrn entgegen mit der Folge, dass der Auftragnehmer nur das Honorar geltend machen kann, das sich ergäbe, wenn die anrechenbaren Kosten der vereinbarten Baukostenobergrenze entsprochen hätten.

Dr. Andreas Digel, Henrik Jacobsen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.