Berechnung des Urlaubsanspruchs bei unterjährigem Wechsel von Voll- in Teilzeit

Das Bundesarbeitsgericht hat am 10.02.2015 entschieden, dass bei einem unterjährigen Wechsel des Mitarbeiters von einer Vollzeittätigkeit in eine Teilzeittätigkeit mit weniger Arbeitstagen pro Woche keine ratierliche Kürzung des während der Vollzeittätigkeit erworbenen Urlaubsanspruchs möglich ist. Dies hatte der Europäische Gerichtshof bereits mit Beschluss vom 13.06.2013 für den Fall festgestellt, dass ein Mitarbeiter Urlaub aus einem vorhergehenden Jahr aus einer Vollzeittätigkeit hat und im Jahr der Inanspruchnahme nur noch eine Teilzeittätigkeit mit weniger Arbeitstagen pro Woche ausübt. Dadurch wird der Urlaubsanspruch während der Teilzeittätigkeit oftmals deutlich erhöht. Dies betrifft z.B. auch Mitarbeiter, die nach Rückkehr aus der Elternzeit „alten” Urlaub aus der Zeit vor der Elternzeit in Anspruch nehmen. In diesen Fällen sind der Urlaubsanspruch und das Urlaubsentgelt nach der Vergütung für die Vollzeittätigkeit zu berechnen. Abzuwarten bleibt, wie das Urlaubsentgelt bei einem unterjährigen Wechsel von Vollzeit in Teilzeit mit weniger Arbeitstagen pro Woche berechnet wird. Bei einem absehbaren Wechsel von Vollzeit in Teilzeit mit weniger Wochenarbeitstagen sollten Arbeitgeber daher darauf achten, dass sie etwa noch bestehende Vollzeiturlaubsansprüche tatsächlich gewähren. Dies gilt unabhängig davon, ob sich der Wechsel unterjährig oder zwischen unterschiedlichen Urlaubsjahren vollzieht.

Dr. Jörg Fecker, Dr. Thomas Glöckle, LL.M., Dr. Volker Nill, Dr. Betina Fecker, Dr. Sebastian Scheffzek, Nadine Corcoll

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