Die Eigenart der Arbeitsleistung als Profifußballspieler rechtfertigt nicht eine Befristung des Arbeitsvertrags

Das Arbeitsgericht Mainz hat mit Urteil vom 19.03.2015 entschieden, dass allein die altersbedingt ungewisse Leistungsentwicklung eines Profifußballspielers nicht die Befristung seines Arbeitsverhältnisses wegen der Eigenart der Arbeitsleistung (vgl. § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4 TzBfG) rechtfertigt.

Der Kläger, ein 36 Jahre alter Torwart, erhielt im Jahr 2009 beim beklagten Bundesligaverein einen auf 3 Jahre befristeten Vertrag als Lizenzfußballspieler. Unmittelbar im Anschluss an die erste Befristung schlossen die Parteien im Sommer 2012 einen weiteren, auf zwei Jahre befristeten Vertrag. Hiergegen klagte der Bundesligatorwart im Jahr 2014 auf Feststellung, dass sein Arbeitsverhältnis unbefristet fortbesteht.
Eine sachgrundlose Verlängerung kam nicht mehr in Betracht, weil die höchst zulässige Befristungsdauer von 2 Jahren ohne Sachgrund bereits durch den ersten Arbeitsvertrag überschritten wurde. Überdies rechtfertige weder die Ungewissheit der Leistungsentwicklung als Eigenart der Arbeitsleistung, noch die insoweit bestehende Branchenüblichkeit die weitere Befristung des Arbeitsverhältnisses. Dies könne ausnahmsweise anders sein, wenn die Befristung ausdrücklich auf Wunsch des Profisportlers vereinbart worden wäre.
Abzuwarten bleibt, ob diese Rechtsprechung einer ober- und ggf. höchstrichterlichen Überprüfung standhält. Der beklagte Bundesligaverein hat bereits die Einlegung der Berufung öffentlich angekündigt.

Dr. Jörg Fecker, Dr. Thomas Glöckle, LL.M., Dr. Volker Nill, Dr. Betina Fecker, Dr. Sebastian Scheffzek

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