Doppelte Berücksichtigung von anrechenbaren Kosten

Bei der Berechnung des Honorars des Objektplaners werden die Kosten für Technische Anlagen (ggf. gemindert) angerechnet (§§ 33 Abs. 2, 42 Abs. 2 HOAI 2013). Dies gilt auch dann, wenn der Auftragnehmer die Technischen Anlagen nicht plant oder ihre Ausführung nicht überwacht.

Wird dem Objektplaner aber auch die Fachplanungsleistung der Technischen Ausrüstung übertragen, wird zum Teil vertreten, dass die Kosten der Technischen Ausrüstung bei der Objektplanung nicht in Ansatz kommen dürften, da sie anderenfalls doppelt berücksichtigt würden. Dies ist schon deshalb unrichtig, weil es sich bei Objektplanung und Technischen Anlagen um Objekte aus unterschiedlichen Leistungsbildern handelt, die stets getrennt voneinander und nach eigenen anrechenbaren Kosten abzurechnen sind. Die Regelungen in §§ 33 Abs. 2, 42 Abs. 2 HOAI 2013 sind so zu verstehen, dass die Kosten der Technischen Anlagen „auch dann” anzurechnen sind, wenn der Objektplaner insoweit keine Leistungen erbringt. Dieser Auffassung hat sich inzwischen auch das OLG Celle (Az.14 U10/14) angeschlossen: Der Objektplaner, der zugleich Leistungen der Technischen Ausrüstung erbringt, erhält sowohl das nach diesem Leistungsbild berechnete Honorar als auch eine über die zitierten Vorschriften erhöhte Vergütung für die Objektplanung.

Dr. Rainer Laux, Dr. Andreas Digel, Henrik Jacobsen

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