Novellierte Landesbauordnung tritt in Baden-Württemberg in Kraft! Barrierefreiheit und Abstellflächen

Ein wesentliches Ziel der Gesetzesnovelle ist, das Bauordnungsrecht sozialer zu gestalten. Wegen des demographischen Wandels gehört hierzu auch, der alternden Bevölkerung mehr barrierefreien Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Diesem Ziel dienen die Änderungen in § 35 Abs. 1 LBO, welcher nun verlangt, dass in Wohngebäuden mit mehr als zwei Wohnungen die Wohnungen eines Geschosses barrierefrei erreichbar sind. Bislang galt diese Anforderung lediglich für Wohngebäude mit mehr als vier Wohnungen. Damit die barrierefrei erreichbaren Wohnungen für alte Menschen und Menschen mit Behinderung nutzbar sind, wird zudem verlangt, dass dort die Wohn- und Schlafräume, eine Toilette, ein Bad und die Küche barrierefrei nutzbar und mit einem Rollstuhl zugänglich sind. Durch das Erfordernis der barrierefreien Nutzbarkeit soll ein Standard
vorgeschrieben werden, welcher der DIN 18040-2 „Barrierefreies Bauen“ entspricht.

Neuerungen gibt es auch bei der Pflicht zur Schaffung von Abstellflächen, die anders als bislang nicht nur in Wohngebäuden, sondern auch in gemischt genutzten Gebäuden mit mehr als zwei Wohnungen zur gemeinschaftlichen Benutzung zur Verfügung stehen müssen. Das betrifft zum einen möglichst ebenerdig zugängliche oder durch Rampen oder Aufzüge leicht erreichbare Flächen zum Abstellen von Kinderwagen oder Rollatoren und sonstigen Gehhilfen sowie Flächen zum Wäschetrocknen. Außerdem wird die generelle Verpflichtung normiert, künftig für jede Wohnung einen Abstellraum zur Verfügung zu stellen.

Dr. Nadine Holzapfel 

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