Prozessrecht: Verzicht auf Architekten begründet Mitverschulden

Das OLG Celle (Az. 7 U 75/15) hat entschieden, dass bei umfangreichen und aufwendigen Sanierungsarbeiten, die zu einer gehobenen Wohnausstattung führen, eine Planung durch einen Architekten erforderlich ist. Verzichtet der Bauherr darauf, einen Architekten zu beauftragen, trifft ihn ein anteiliges Mitverschulden für das Entstehen von Mängeln durch fehlerhafte Unternehmerleistungen. Das OLG Celle bewertete das Mitverschulden des Bauherrn in diesem Fall auf einen Anteil von 25 % und kürzte dementsprechend den von ihm geltend gemachten Vorschussanspruch. Die überwiegende Verantwortung für eine mangelhafte Ausführung sah das OLG jedoch weiterhin beim ausführenden Unternehmer, da dieser den Auftrag durchführte, obwohl er Kenntnis davon hatte, dass der Bauherr mangels Architekten keine Ausführungsplanung zur Verfügung stellen konnte.

Dr. Andreas Digel, Henrik Jacobsen

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