Schallschutz gemäß Neubaustandard auch bei Umbauten

Auch bei Umbauten muss der Architekt prüfen, ob ein Schallschutz nach Neubaustandard möglich ist. Das OLG Schleswig verurteilte einen Architekten zu Schadenersatz, weil dieser den Trittschallschutz lediglich mit mittleren Schallschutzwerten nach DIN 4109 geplant hatte (Az. 1 U 87/10). Dem Fall lag der Umbau eines Einfamilienhauses zugrunde, bei dem ein Teil des Bestandsgebäudes neu errichtet wurde. Der Bauherr beklagte später mangelnde Trittschalldämmung und bekam vor dem OLG Recht. Das Gericht begründete seine Entscheidung damit, dass der Architekt bei erheblichen Eingriffen in die Bausubstanz die Herstellung einer Trittschalldämmung nach erhöhten Werten der VDI 4100 prüfen muss. Diese sind als anerkannte Regeln der Technik anzusehen und deshalb zu beachten. Der Architekt hat seinen Bauherrn deshalb darüber aufzuklären, welche Möglichkeiten bestehen, einen entsprechenden Neubaustandard des Schallschutzes beim Umbau herzustellen. Das OLG Schleswig liegt mit seiner Entscheidung im Einklang mit der Rechtsprechung des BGH (Az. VII ZR 45/06), der bereits entschieden hat, dass die DIN 4109 nicht mehr den anerkannten Regeln der Technik entspricht.

Dr. Rainer Laux, Dr. Andreas Digel, Henrik Jacobsen

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