Sonderbedarfszulassung – Ausrichtung auf vertragsärztliche Krankenbehandlung

Eine Sonderbedarfszulassung im zulassungsgesperrten Planungsbereich scheidet von vornherein aus, sofern ein Bedarf nicht anhand der Morbidität bzw. einer der GKV-Leistungspflicht unterfallenden Behandlung von Krankheitsbildern ermittelbar ist. So können beispielsweise Sprachkenntnisse, die die Verständigung mit den Patienten in ihrer jeweiligen Muttersprache ermöglichen, für sich genommen keinen Anspruch auf Sonderbedarfszulassung begründen. Ebenso wenig geht von der Forderung nach einem bestimmten Geschlecht des Vertragsarztes – männlicher Hautarzt oder Urologe, weiblicher Frauenarzt etc. – von vornherein kein Versorgungsbedarf aus. Nach einer neueren Entscheidung des Bundessozialgerichts können besondere Qualifikationen, die nicht in einer speziellen ärztlichen Weiterbildung oder Subspezialisierung ihren Niederschlag gefunden haben (z. B. Kenntnisse einer besonderen Kommunikationsmethode zur Behandlung von Patienten mit massiven Sprachstörungen), keinen Anspruch auf Erteilung einer Sonderbedarfszulassung begründen.

Dr. Ralf Kremer, Dr. Christian Wittmann, Prof. Dr. Hinner Schütze

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.