5. Der Arbeitnehmer reist in ein Risikogebiet und muss nach seiner Rückkehr abgesondert werden. Was muss der Arbeitgeber beachten? Muss der Arbeitnehmer trotzdem vergütet werden?

Wichtig ist zunächst, dass die Absonderung kein Beschäftigungsverbot darstellt. Ein abgesonderter Arbeitnehmer darf lediglich für die Dauer von zwei Wochen seinen Wohnort nicht verlassen und muss Kontakte vermeiden.

Sofern mit dem Arbeitnehmer eine Home-Office Vereinbarung getroffen ist, kann dieser aber weiterhin von zu Hause aus arbeiten. Der Arbeitgeber kann die Annahme der Arbeitsleistung (aus dem Home-Office heraus) also nicht verweigern, nur weil der Arbeitnehmer abgesondert wurde. 

Sollte der Arbeitnehmer hingegen nicht im Home-Office arbeiten können oder dürfen, kann der Arbeitnehmer seine Arbeitsleistung formal nicht anbieten. Dies ist etwa der Fall, wenn kein Heimarbeitsplatz eingerichtet ist.

Die Absonderung hat dann zur Folge, dass zunächst kein Vergütungsanspruch entstehen kann. Insoweit gilt der Grundsatz: Ohne Arbeit kein Lohn.

Manche Arbeitnehmer werden in dieser Situation wohl versuchen, sich krankschreiben zu lassen. Legt der Arbeitnehmer während der Dauer der Absonderung eine Krankmeldung vor, wäre zu prüfen inwieweit diese angezweifelt werden kann und der Arbeitgeber tatsächlich zur Entgeltfortzahlung verpflichtet ist. 

Unter Umständen steht dem Arbeitnehmer aber auch ein Entschädigungsanspruch gemäß § 56 Abs. 1 S. 2 IfSG zu. Dieser setzt zunächst voraus, dass der Mitarbeiter aufgrund der Absonderung durch die Behörden einen Verdienstausfall erleidet. Entscheidend ist, dass der Grund für die Absonderung (hier die Rückreise aus seinem Risikogebiet) nicht vom Arbeitnehmer verursacht sein darf. Davon ist aber auszugehen, wenn der Arbeitnehmer zunächst bewusst in ein Risikogebiet reist. In diesem Fall steht dem Arbeitnehmer dann auch kein Entschädigungsanspruch gegen die Behörden zu.

Achtung: Der Entschädigungsanspruch gemäß § 56 IfSG muss zunächst vom Arbeitgeber ausbezahlt werden, der sich dann wiederum das Geld von den Gesundheitsämtern zurückholen kann.
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